Playlist mit Mixed Styles





Interview mit Jan Wayne



  • Huhu Jan, vielen Dank erst einmal, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst. Du bist schon viele Jahre im Musikbusiness tätig und hast selbst einige Hits auf den Markt gebracht. Viele unserer User interessiert es sicherlich, wie du selbst überhaupt zur Musik gekommen bist. Bitte beschreib uns mal, wie es dazu kam.
    Jan Wayne: Angefangen hat alles mit der Schallplattensammlung meines ältesten Bruders. Die hat mich irgendwie immer angezogen. Natürlich durfte ich nicht an die guten Stücke, aber du weißt ja wie es mit den Sachen ist, die man nicht darf. Sehr früh begann ich dann, mir selbst eigene Vinyls und CDs zuzulegen. So entwickelte sich eine Sammelwut, die dann auch schnell bei Freunden und Klassenkameraden bekannt war. Es war irgendwie also abzusehen, dass ich dann für die Musik auf den Klassenfesten und später auf den Schulfesten herhalten "durfte".

  • Und was nun daraus wurde, wissen wir alle. Wie bereits geschrieben, hattest du schon sehr viele Hits und durftest mit zahlreichen Künstlern der elektronischen Musik zusammenarbeiten. Gibt es für dich noch Vorbilder im Musikbusiness und mit wem würdest du selbst gerne zusammenarbeiten?
    Jan Wayne: Vorbilder gibt es nicht wirklich. Es gibt schon einige Menschen, die ich für ihr Können und ihre Arbeit schätze, aber ich denke man sollte schon Versuchen seinen eigenen Weg zu gehen. Außerdem sind die individuellen Voraussetzungen nie identisch und Erfolg entsteht immer in einem Team und nicht in einer One-Man-Show. Kooperationswünsche gibt es schon noch so einige, aber meine Lieblingsmusiker kommen eher aus anderen musikalischen Bereichen und sind so groß, dass es wohl nie etwas werden würde. Besonders reizen würden mich aber z.B. Mike Oldfield oder Phil Collins.


    Ende 2001 konnte Jan Wayne mit "Total Eclipse Of The Heart" seine erste Single veröffentlichten, welche direkt ein absoluter Erfolg wurde.

  • Deine aktuelle Single "Wish You Were Here" ist ein Cover eines alten Rednex-Klassikers und schlug ein, wie eine Bombe. Wie seid ihr auf die Idee dieses Themas gekommen?
    Jan Wayne: Das lag fast auf der Hand. Scarlet war ja früher Mitglied der Band und die Idee einen Rednex-Song zu machen, hatten wir schon ganz am Anfang, als wir uns kennenlernten. "Wish You Were Here" gefiehl uns dabei am besten.

  • Und das zu Recht, die Scheibe wird sehr oft auf unseren Streams gespielt und wird auch oft von unserer Community gewünscht. Wo wir gerade beim Thema Community sind: Für wie wichtig hältst du den Zusammenhalt innerhalb der elektronischen Musikszene heutzutage, wo es für viele Künstler und gerade "Neulinge" sehr schwierig ist, Fuß zu fassen und sich einen Namen zu machen?
    Jan Wayne: Wie bereits oben erwähnt, ist Teamarbeit eine essentielle Sache und ein gutes Netzwerk zu besitzen bzw. nutzen zu können, ist gerade in der Dance Branche lebensnotwendig. Die traditionellen Medien geben uns ja seit einigen Jahren so gut wie keinerlei Support mehr. Es gibt sicherlich auch viele Nachteile die unmittelbar damit zusammenhängen, wie z.B. das illegale Filesharing von Musik und Software. Auch das heutzutage jeder mit einem Supermarkt-PC und ein paar Stunden Downloads oder ein paar kopierten Tools Musik machen kann, hat Vor- und Nachteile. Zum Beispiel überschwemmen zu viele wirklich schlechte Produktionen den Markt und machen es allen Beteiligten nicht leichter.

    Anderseits hat so natürlich auch Jeder die Möglichkeit, sein Können unter Beweis zu stellen. Witzigerweise beschweren sich aber in der Regel diejenigen am meisten über schlechte Verkäufe, die zum Erstellen ihrer Produkte nur Raubkopien benutzen und selber keine Musik kaufen, sondern nur umsonst haben wollen. Und bevor jetzt wieder viele meckern "der hat ja leicht reden", ich sehe das ganze immer aus mehreren Perspektiven. Ich bin sowohl Konsument als auch Künstler. Darüber hinaus betreibe ich aber auch noch eine Plattenfirma und kann so schon alle Seiten ganz gut nachvollziehen.


    Nach vielen Jahren hat er nach wie vor sehr viel Spaß bei der Arbeit, wie man hier deutlich sieht.

  • Du sprichst deine eigene Plattenfirma an, Cuedance / Cuepoint bzw. Deutsche Dance Records. In der Vergangenheit konnte man feststellen, dass gerade ihr auch eines der wenigen Labels seid, die heutzutage noch Nachwuchskünstlern eine Chance bieten und die Singles jener Talente auch auf Vinyl released. Was erwartet uns auf diesem Sektor in den kommenden Wochen?
    Jan Wayne: Ja genau. Ich betreibe mit meinen zwei Partnern die Cuepoint Label Group die inzwischen zehn Labels umfasst. Davon sind sechs unsere eigenen und für die anderen vier erledigen wir die Administration. Wir haben als kleines Label immer bewusst auf junge Künstler gesetzt, denn bereits gewachsene und erfolgreiche Künstler an sich zu binden ist ohne großen Namen nur schwer möglich.

    Inzwischen sieht das schon ein wenig anders aus, wobei wir die Newcomer natürlich nicht vernachlässigen werden. So sind derzeit zwei gänzlich unbekannte Künstler zwar noch im Produktionsstatus, aber bereits fest im VÖ-Kalender eingeplant. Ich denke zum Ende des Jahres wird es soweit sein.

    Als neuen bereits sehr namhaften Künstler konnten wir kürzlich DJ Mikesh unter Vertrag nehmen. Seine neue Single wird ebenso wie eines seiner neuen Projekte im September auf Cuedance erscheinen. Ebenso neu bei uns im Hause sind die Acts „Akustikrausch“ (Global Airbeatz) und „DJ Ella“ (Deutsche Dance Records). Dazu sind noch zwei sehr spannende Kooperationen unserer Künstler in Planung, über die ich derzeit aber noch nichts verraten möchte. Mehr aktuelle Infos findet man immer in unserem Webshop unter http://www.cuepoint.de und auf der demnächst hoffentlich fertigen Labelwebsite http://www.cuepointrecords.com.

  • Nach deinen letzten Hits interessiert es sicherlich viele Leute, welchen Ohrwurm wir als nächstes aus deinem Hause erwarten dürfen. Mit welcher Single wird uns Jan Wayne in den kommenden Wochen beglücken? Kannst du uns da schon ein paar Informationen geben oder ist das alles noch "Top Secret"?
    Jan Wayne: Es ist natürlich bereits einiges in Planung, aber da es wieder um Cover-Versionen geht, ist alles noch Verschlusssache.


    Im Jahr 2003 wurde Jan Wayne für den Echo-Award nominiert. Außerdem gewann er den begehrten TMF-Award, der in Holland mit dem Echo-Award vergleichbar ist.

  • In Ordnung, dann warten wir einfach mal ab, was die Zeit sagen wird. Du sprichst das Thema "Cover-Versionen" an. Du selbst bist ja innerhalb dieser Kategorie tätig und packst alte und auch sehr bekannte Klassiker oft in ein neues und vor allem auch zeitgemäßes Gewand. Ist es heutzutage schwierig für einen Künstler innerhalb der elektronischen Musikszene durch "originelle" Songs zu überzeugen oder warum werden momentan dermaßen viele Cover-Versionen veröffentlicht?
    Jan Wayne: Gecovert wurde schon immer und in allen musikalischen Richtungen. Es gibt allerdings auch immer mal wieder Phasen, in denen eine auffällige Flut erscheint. Woran das dann genau liegt, weiß wohl niemand so genau. Für viele ist das Covern sicherlich einfacher, als einen eigenen Song zu komponieren, jedoch muss man immerhin erst mal eine neue Version hinbekommen, die dann vom Markt auch angenommen wird. Dazu ist jedes Cover auch genehmigungspflichtig und einer Veröffentlichung muss vom Original Autor bewilligt werden. Das schafft schon mal längst nicht jeder. Dazu läuft man Gefahr, dass Fans des Originals die neue Version überhaupt nicht mögen. Und da in der Regel sehr bekannte Songs gecovert werden, ist die Zahl derer meist sehr groß.

    Andererseits hat man natürlich schon den Vorteil, wenn das Thema schon mal vielen Leuten bekannt ist. Es gibt ja auch immer wieder gute und erfolgreiche Eigenkompositionen, wie z.B. im vergangenen Jahr „Boten Anna“. Aber die Musik lässt sich nicht neu erfinden und so ziemlich jede Notenkombination ist schon mal verwendet worden. Irgendwie kommt einem also alles doch auch bekannt vor. Mir ist es grundsätzlich absolut egal, ob Cover oder nicht. Ein guter Song ist ein guter Song. Und entscheiden kann das sowieso nur jeder für sich ganz alleine. Es ist halt alles Geschmacksache.

  • Du sagst es, alles ist Geschmackssache und wenn wir alle die gleiche Musik hören würden, wäre es irgendwann ja auch ein wenig langweilig und die Abwechslung bleibt vollständig auf der Strecke. Jan, du hast in den letzten Jahren, wie bereits geschrieben, sehr viele Hits produziert. Welche Single aus deinen Händen gefällt dir persönlich am besten?
    Jan Wayne: Diese Frage kann ich eigentlich nicht beantworten. Zum Zeitpunkt der Produktion gefällt mir jede neue Single natürlich am besten. Auch heute noch gefallen mir fast alle Titel sehr gut, wobei sich mit "Because The Night", "I Touch Myself", "Angel's Eyes" oder "Time To Fly" schon ein paar Lieblinge zeigen.


    Frank Raven, Jan Wayne und DJ Gollum zusammen bei einem Raveolution-Event.

  • Wirklich gute Scheiben. Mir persönlich gefiel damals auch die "Love Is A Soldier" sehr gut und sicherlich ist jene Single auch für zahlreiche Mitglieder unserer Community ein Begriff, ein absoluter Klassiker. Jan, wenn du nicht gerade im Studio sitzt oder dich um die Labels kümmerst, welche Dinge beschäftigen dich dann in deiner Freizeit, welchen Hobbys gehst du nach?
    Jan Wayne: Freizeit? Kann man das essen? *lach* Es bleibt nicht wirklich viel Freizeit, was ich eigentlich auch als einziges Manko in meinem momentanen Leben beschreiben würde. Die Labelarbeit ist unglaublich umfangreich. Ins Studio komme ich nur noch selten. Darum kümmert sich hauptsächlich mein Partner. Wir produzieren dort ja auch noch ne ganze Menge anderer Dinge, auch aus anderen Musikbereichen. Dazu kommt alles was Jan Wayne betrifft. Marketing, Auftritte und halt dann ab und an mal eine neue Single oder ein Remix.

    Ganz nebenbei gibt es dann ja auch noch die alltäglichen Dinge, wie Papierkram und Haushalt, die jeder kennt. In der Regel habe ich Arbeitstage mit 14 und mehr Stunden und an den Wochenende die Auftritte in aller Welt, die ich aber auch schon etwas eingeschränkt habe. Wenn dann noch mal Zeit übrig ist, versuche ich die mit meinen Freunden zu verbringen. Außerdem spiele ich Golf und sitze gerne mal vor der PS3 und gucke gern Fußball. Selber spielen habe ich irgendwann ebenfalls aus Zeitgründen eingestellt.

  • Du interessierst dich für Fußball. Welchem Verein drückst du in der Bundesliga regelmäßig die Daumen und wie würdest du das Abschneiden unserer Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft bewerten?
    Jan Wayne: Ich bin Fan von Borussia Mönchengladbach, Manchester United und Real Madrid. Außerdem drücke ich in der Bundesliga allen Nord-Clubs wie Hamburg, Bremen, Hannover und Wolfsburg die Daumen. In meinen Augen war es sehr erfolgreich, die EM als Vize-Europameister zu verlassen. Es täuscht aber schon sehr stark über die Leistung hinweg. Die fand ich mit wenigen Ausnahmen eher dürftig.


    So sieht man Jan Wayne in den Clubs, wenn die Partycrowd zu seinen Beats tanzt.

  • Da bist du sicherlich nicht der Einzige, der so denkt. Jan, wir kommen zur vorletzten Frage. TechnoBase.FM ist seit Jahren auf Sendung und vor kurzem gingen mit HouseTime.FM, HardBase.FM und TranceBase.FM drei Schwesterradios auf Sendung, die fast vollständig den gesamten Bereich der elektronischen Musik abdecken. Ist dir unsere Community ein Begriff und was hältst du selbst von unseren Projekten?
    Jan Wayne: Das habe ich natürlich mitbekommen, da wir Euch als Partner ja redaktionell und mit Promos unterstützen. Zudem kenne ich viele der Moderatoren und finde es auf jeden Fall positiv, dass eine zusätzliche Unterteilung vorgenommen wurde.

  • Vielen Dank für dieses positive und ehrliche Feedback. Jan, wir kommen zum Ende des Interviews. Was möchtest du unseren Usern noch mit auf den Weg geben?
    Jan Wayne: Ich wünsche allen Usern viel Spaß beim Hören und Stöbern auf der Website und alles Gute.

  • Das sind schöne Abschlussworte! Ich bedanke mich für dieses tolle Interview und dafür, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir wünschen dir in Zukunft weiterhin viel Erfolg und vor allem auch Spaß und hoffen, dass man schnellstmöglich wieder etwas von dir hört.


Zur offiziellen Website von Jan Wayne  
Cuepoint / Cuepoint Records Grafik: Markus
Am 30.07.2008 um 19:10 Uhr von TBMarkus


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  #6   Clausel 30.07.2008 20:14   
Gladbach ist halt subba '=)
  #5   Mace 30.07.2008 19:55   
ein wirklich ausführliches interview
mit schönen informationen auf den nächsten track bin ich gespannt was diesmal gecovert wurde :)
sehr schön =)
  #4   D-T-E 30.07.2008 19:36   
Sehr gut und ausführlich das ganze ;)

weiter so

We aRe oNe
  #3   Freaky 30.07.2008 19:35   
schönes Interview

aber...schon wieder ein neues Cover in der Mache.. das hat doch mit Produzieren nicht mehr viel zu tun
  #2   Crossfader 30.07.2008 19:28   
er is gladbach fannnnnnnnnnn:))))))))))
  #1   TBMarkus 30.07.2008 19:12   
Ein wirklich gutes und ausführliches Interview! Noch einmal ein riesiges Dankeschön an Jan, dass er sich die Zeit genommen hat! :-)
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