Playlist mit Mixed Styles

Galimar - Sunshine On A Rainy Day
Tracks




Interview mit Milk & Sugar




Hi Michael, hi Steffen! Mein Name ist Sebastian und ich freue mich, dass ihr euch zu einem Interview mit unseren Radioprojekten rund um HouseTime.FM bereiterklärt habt! Seit 1997 mischt ihr Zwei nun schon die House-Szene auf und seid damit echte Dinos des Genres. Können wir die nächsten 18 Jahre auch noch mit euch rechnen? ;-)

M&S: Wir können nicht garantieren, dass wir das durchhalten, aber wir könnten es zumindest probieren. Wichtig ist für uns, dass es weiterhin Spaß macht, und wir auch immer wieder die neuen Gernerationen von Clubgängeren mit unserer Musik erreichen können.


Euer jüngster Track, über dessen Veröffentlichung wir auch kürzlich auf unserer Homepage berichteten, trägt den Namen „Bass (How Low Can You Go)“. Dazu habt ihr euch Simon Harris ins Boot geholt, der schon 1988 den gleichnamigen Track produzierte - einen absoluten Klassiker! Wie kamt ihr darauf, dieses Stück technoider Musikgeschichte neu aufzulegen?

Mike: Simon Harris hat uns letztes Jahr kontaktiert, weil er großer Fan unserer Arbeit ist und uns gerne für die Nummer ins Boot holen wollte. Nachdem wir ein paar Mal zusammen telefoniert hatten, haben wir festgestellt, dass wir absolut auf derselben Wellenlänge liegen! Dank unserem Label und ein paar guten Ideen von unserer Seite war er dann Feuer und Flamme, mit uns zusammen den Track zu releasen. 


Als ihr anfingt, Musik zu produzieren erlebten klassischer Techno und Nu Disco ihre Hochzeiten. Obwohl mittlerweile längst andere Housestyles an ihre Stelle getreten sind, bleibt ihr zumindest einigen Stilelementen dieser „alten Genres“ noch heute treu. Würdet ihr euch als Nostalgiker bezeichnen?

Steven: Das Interessante ist doch eigentlich, dass so viele Stile in den letzten Jahren gekommen und gegangen sind, Housemusic, wie wir sie verstehen, aber nie aus der Mode gekommen ist. Wer unsere Produktionen verfolgt hat, wird hören können, dass wir uns ständig weiterentwickelt haben. Interessant dabei ist, dass unsere Auffassung von „House“ heutzutage als „Deephouse“ bezeichnet wird – ganz im Gegensatz dazu ist der Techno von heute überhaupt nicht mehr mit dem Techno aus den 90ern vergleichbar. Sicher ist: Musik wird sich ständig weiterentwickeln, auch wenn die Bezeichnungen scheinbar gleich bleiben.


…und woher rührt eure unverkennbare Affinität zu südländischen Klängen, wie wir ihnen z.B. in eurem Track aus dem vergangenen Jahr „Canto Del Pilon“ lauschen können?

Mike: Wir sind seit vielen, vielen Jahren auf Tour und lassen immer Einflüsse aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt in unsere Musik einfliessen. In dem Jahr, als wir „Canto Del Pilon“ produziert haben, waren wir viel in Süd- und Mittelamerika unterwegs, und wollten daher diese Ethno-Elemente in einen Track einfließen lassen. Dass es sich zu einem derart großen Hit entwickelt hat, war allerdings nicht vorherzusehen.


In einigen Tagen werdet ihr hoch über den Dächern Bangkoks performen, im renommierten und noblen KuDeTa-Club! Schon im vergangenen Jahr wart ihr in mehreren Metropolen gebucht, unter anderem Sao Paulo und Moskau. Könnte langjährige Arbeit schöner honoriert werden?


Steven: Perfekt wäre es, wenn man bei solchen Reisen immer ein paar Tage dranhängen könnte, was allerdings in den seltensten Fällen möglich ist. Insofern sind die Eindrücke von solchen Metropolen kurz, aber dafür besonderns intensiv.


Wie bewertet ihr den Wandel der elektronischen Musik im klassischen Sinne hin zum Massenphänomen „EDM“?  Worin liegt im Gegenzug der Reiz des Unkommerziellen?


Mike: Wir sehen gerade, dass in viele Ecken der Welt EDM als Megatrend schon wieder ganz verschwunden ist, oder zumindest von Deephouse weit zurückgedrängt wurde. Insofern könnte man sogar behaupten, dass Milk & Sugar derzeit wieder weit trendiger ist als jeder EDM-Act.


Springen wir nochmal kurz ganz zurück: Wie hattet ihr euch damals kennengelernt und was führte dann in den 1990er Jahren dazu, dass ihr das Duo und Label Milk & Sugar ins Leben gerufen habt? Hättet ihr euch damals träumen lassen, dass ihr 2015 immer noch zusammen Musik machen würdet?

Steven: Wir hatten keine Kristallkugell zur Hand, die unseren Weg bis heute vorhergsagt hätte. Aber im Ernst: Wir haben Mitte der 90er einfach angefangen etwas zu produzieren, was uns Spaß gemacht hat. Mit dieser vom UK-Discohouse beeinflussten Musik standen wir in Deutschland allerdings zunächst allein auf weiter Flur, was uns zu einem weiteren Problem brachte: Wir haben kein Label gefunden, das unsere Musik veröffentlichen wollte, und daher kam es auch gleichzeitig zur Gründung von Milk & Sugar Recordings!


Erst kürzlich ging eure neuste Compilation an den Start, die Miami Sessions 2015. Erzählt uns ein wenig zu jener! :-)

Mike: Die Compilations haben sich in den letzten Jahren zu einem großen Erfolg für uns entwickelt, kaum ein Release erreicht nicht mindestens die Album-Top-10 bei iTunes im Genre Dance oder Electronica. Das liegt aber auch daran, dass wir uns bei der Auswahl der Titel viel Zeit nehmen und keine Mühen scheuen nach Tracks zu suchen, die bisher noch auf keiner Compilation zu finden waren. Es gibt immer 2 DJ-Mixes von etwa 75 Minuten. Einen Deephouse-lastigen, den wir „Love Nation Mix“ nennen, sowie eine clubbige CD, die den Namen „House Nation Mix“ trägt. Auf der CD ist dieses Mal exklusiv unsere aktuelle Single mit Simon Harris zu finden, sie trägt den Titel „Bass (How Low Can You Go)“.


Erfüllt ihr ab und zu auch mal klassische Münchener Klischees und lauft in Lederhosen herum oder esst Weißwurst mit Senf? ;-)

Steven: Selbstverständlich, allerdings in Lederhosen nur zum Oktoberfest, und Weißwurst nur vor 12.00 Uhr mittags!


Welcher Song - ganz egal welchen Genres - läuft im Moment bei euch auf Repeat?

M&S: Royksopp - Sordid Affair (Maceo Plex Remix)!


Habt ihr Zwei verrückte Gewohnheiten oder Hobbies, die ihr immer schon einmal einer breiteren Öffentlichkeit offenbaren wolltet?

Steven: Soweit wir wissen, ist es kein Geheimnis, dass Mike ein passionierter Fischer ist, der sich nach durzechten Nächten im Morgengrauen gerne mit seiner Angel an einen nahegelegenen Weiher setzt, um sein Mittagessen zu fangen. Es ist aber auch kein Fall dokumentiert, wo ihm das gelungen ist. Oder ich habe es möglicherweise verschlafen.
Mike: Ja genau!! Ich habe Beweisfotos aus Florida. Da mussten wir den Fisch mit zwei Mann nach Hause tragen! :-)


Das neue Jahr ist noch jung: Was werden wir 2015 von Milk & Sugar noch erwarten können? Eine aktuelle #35-Platzierung in den Beatport-House-Charts und euer Sampler machen definitiv Lust auf mehr!


Mike: In dem Moment, in dem wir dieses Interview führen, befindet sich unsere neue Single „Bass (How Low Can You Go)“ auf Platz 13 der Beatport Housecharts, und 20 der größten Houseblogs haben sie auch schon vorgestellt. Hier entwickelt sich unser Clubhit für das Frühjahr! Dann geht auch die Toursaison wieder los, und wir sind gespannt wohin uns die Reisen dieses Jahr führen werden.


Mike, Steven: Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich bei euch für eure Zeit und das Interesse! Mein Team und ich wünschen euch für die Zukunft nur das Beste und hoffen auf weitere Jahre prägenden Sound von euch beiden!


Zur offiziellen Facebook-Präsenz von Milk & Sugar!  
Zum Beatport-Profil von Milk & Sugar!  
Zum Interview mit DDei&Estate!  
Zum Interview mit DVBBS! Grafik: Basti
Am 19.03.2015 um 16:00 Uhr von Basti


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