Das Mysterium des Kopfnick-Syndroms - Gänzlich unbekannte Krankheit sucht Ostafrika heim
Minutenlang nicken sie wie in Trance langsam mit dem Kopf. Auf und ab, auf und ab. Ohne jede Vorankündigung, scheinbar wie aus heiterem Himmel. Während dieses Zustandes, der mit einer totalen Koordinationsunfähigkeit einhergeht, stoßen viele der in Uganda lebenden Kinder unverständliche Wehklagen aus, ihre Augen sind weit aufgerissen, wohlwissend und voller Grauen vor dem, was als nächstes mit ihnen passieren wird. Denn sobald das Kopfnicken wieder verebbt, werden die Kinder scheinbar von selbst regelmäßig in eine tiefe Epilepsie gestürzt, werden ohnmächtig, und wachen einige Minuten später benommen wieder auf – bis sie wieder Herr über ihren eigenen Körper sind, vergeht einige weitere Zeit. Ihr Wachstum versiegt mit der Zeit gänzlich, ihre Gehirne erfahren eine Rückentwicklung.
Das hier beschriebene Krankheitsbild ist für Mediziner in aller Welt ein Mysterium. Tatsächlich existiert es erst seit einigen Jahren und wurde erstmals im Jahre 1962 in Tansania beobachtet. Doch dies waren Einzelfälle, die mehr oder weniger beachtet wurden. Seit ein paar Monaten jedoch ist das rätselhafte Kopfnick-Syndrom im Osten Afrikas wieder aufgetaucht, wütet speziell unter Ugandas zwischen 5 und 18 Jahre alten Kindern und weiht sie des Todes – und kein Mensch weiß, wo die tödliche Neuro-Erkrankung herkommt, wie sie ausgelöst wird, wie sie funktioniert.
Laut Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden allein im neugegründeten Südsudan und Uganda zwischen 5000 und 8000 Kindern an der neuartigen Krankheit, die die Welt vorher nicht kannte. Als „Nodding-Disease“ wird sie mit korrektem Namen bezeichnet und bereits 2009 sollen mehr als 200 Erkrankte an ihr gestorben sein. Noch mysteriöser erscheint es, dass das charakteristische Kopfnicken der afrikanischen Kinder, gefolgt von epileptischen Anfällen und Ohnmacht, häufig mit der Zunahme von Nahrung oder ihrem bloßen Ansehen zusammenzuhängen scheint. Endgültig bizarr wird die Sache durch die Erkenntnis von US-Forschern, dass die Anfälle nur beim Anblick von traditionellem Essen ausgelöst werden. Zeigt man ostafrikanischen, erkrankten Kindern beispielsweise einen Schokoladen-Riegel, geschieht nichts.
Einige Forscher vermuten, dass eine so starke psychosomatische Wirkung auf Hirnareale – denn um ein neuronales Problem muss es sich definitiv handeln – durch Kriegstraumata ausgelöst werden könnte. Unterstützt wird diese Hypothese dadurch, dass viele der Kinder während ihrer Anfälle Visionen von Gestalten haben, die sie bedrohen oder töten wollen. Selbst im Todeskampf Befindliche sollen kurz vor ihrem Ableben Dinge geschrien haben wie: „Töte mich nicht! Erschieße mich nicht! Ich werde das Gepäck tragen!“.
Tatsächlich könnte die das Kopfnick-Syndrom seine Ursprünge in den blutigen Taten haben, die die sogenannte „Lord’s Resistance Army“, kurz „LRA“ 20 Jahre lang im Norden Ugandas, wo auch die Krankheit vorherrscht, verübt haben. Zur LRA gehören Rebellen, die unter der Führung ihres selbsternannten „Propheten“ Joseph Kony seit 1987 unzählige Bürger Ugandas ermordet, verstümmelt, vergewaltigt oder verschleppt haben. Eigenen Angaben nach kämpft die Organisation für die Errichtung eines christlichen Gottesstaates und hatte dazu auch tausende Kindersoldaten rekrutiert. Heute ist die LRA weitestgehend aus Uganda vertrieben, operiert aber nach wie vor im Südsudan – auch hier kommt das Kopfnicken vor.
Ein englischer Beitrag des Fernsehsenders Al Jazeera zur unheilbaren Nodding-Disease
In der Tat ist das Trauma der Vergangenheit, an denen viele der betroffenen Ostafrikaner leiden, groß. Eine andere Theorie ist die chronische Unterernährung mancher Kinder – dies würde in direkter Verbindung damit stehen, dass das Syndrom meist beim Anblick von Nahrung ausgelöst wird. Jedoch ist es mit der heutigen Wissenschaft kaum vereinbar, dass ein psychosomatisches Trauma oder Unterernährung direkten Einfluss auf so gravierend andere neuronale Aktivität haben könnte. Auch die Tatsache, dass Neugeborene, die den Schrecken der LRA nie erlebten, im Laufe ihrer Kindheit trotzdem befallen werden, sorgt für Rätsel. Entweder müsste das Kopfnick-Syndrom auf andere übertragbar sein, oder aber die blutigen Erlebnisse ihrer Vergangenheit müssten sich in die DNA der Keimzellen von Mutter oder Vater eingebrannt haben und so auf das spätere Kind weitergegeben werden – gerade letzteres ist nach heutigem Kenntnisstand aber unmöglich und käme einer Sensation gleich, da das Wissenschaftsfeld der Epigenetik arg umstritten ist. In der Diskussion steht auch ein Vitamin B6-Mangel, wodurch Pyridoxalphosphat, die aktive Form des Vitamins, die bei dem Auf- und Abbau von wichtigen Proteinen eine Rolle spielt, fehlen würde.
Da auch die westliche Medizin derzeit keine Lösung für die mysteriöse Krankheit der afrikanischen Kinder findet, haben die Menschen vor Ort bereits aufgehört, an wissenschaftliche Dinge zu glauben: Sie sind davon überzeugt, dass ihre Kinder von Dämonen heimgesucht würden, die sich für die jahrelangen Auseinandersetzungen auf ihrem Land rächen wollen. Vielleicht, so scheint es, haben sie recht.
Ich muss Takeshi recht geben, und kann nur sagen, ja es gibt so ne Art Parasiten. Und Wildstylez: Das ist sicher keine Horrorfilmerfahrung o.ä. Es gibt da einen tierischen parasiten, bei ist es so, dass er sich in eine Ameise einnistet oder irgendwie gefressen wird und dann löst er bei ihr irgendetwas etwas zerntralnervöses aus, das diese Ameise dann auf einen Halm krabbelt, um sich von einem Wiederkäuer leichter fressen zu lassen. Dies tut der Parasit, um sich fortzupflanzen.
Was ich damit sagen will: Warum sollte dies dann in Afrika nicht auch gerade passieren?
#27 Allerdings hat das was du meinst nunmal nichts mit irgendeiner Art von "Steuern" zu tun. Denn etwas zu steuern setzt nunmal gewollte Impulse voraus und eine gewisse Art der "Planung". Das findet hier allerdings kaum statt.
Darauf habe ich mich mehr bezogen.
Sie übernehmen auch nicht beabsichtigt die kontrolle ...
Das einzige wäre, dass der Wirt etwas die Kontrolle, über den eigenen körper verliert.
Dabei geht diese aber nicht an den Parasiten über.
ich weiß also durchaus was du meinst.
sowas dabb schriftlich wiederzugeben ist eh meist etwas "wage" und das führt schnell zu Missverständnissen :).
@#27 We aRe LoSeR: Lesen ... Das schrieb ich ja.
Es ist ja schon irgendwie "Kontrolle übernehmen", wenn der Wirt Dinge tut, die er sonst nicht tun würde (wie sich "absichtlich" fressen lassen zum Beispiel) und dabei "gezielt" Verhaltensmuster aktiviert (= Fehler verursachen) werden.
Habs ja extra nochmal konketisiert, dass ich NICHT meinte, dass der Parasit dem Wirt konkrete Befehle erteilen und ihn steuern kann, so dass er zum Beispiel in die Richtung geht, die er gerade will.
#25
Sie steuern sie vllt eher in dem Zusammenhang, dass sie die kontrolle des Wirts über den eigenen Körper stören und ihn somit Dinge tun lassen, die er nicht "veranlasst" hat.
Dennoch konntrollieren sie einen nicht und können keine "befehle" vorgeben, in irgendeiner Weise.
Denn dazu ist die Befehlsgabe eines gehirns zu kompliziert, als das sie sich einnisten und jemanden "steuern", egal wie gering.
Sie können eben nur störn und zu "fehlern" führen.
#10 Wildstylez - Ran-D vs NC: Ähm das war kein Horrorfilm, das gibts wirklich. Natürlich kontrollieren die die nicht so, dass die das Tier steuern wie ein Roboter, laufe nach links, nach rechts, gerade aus, ... Aber in einer gewissen Weise haben die die wirklich gesteuert. Kam in ner Doku auf einem öffentlich rechtlichen Sender, so nebenbei.
Aber musst du ja nicht glauben, mir reichts, wenn ich das noch so grob behalten hab.
...ja dann verwerfe ich mein Gesagtes und es ist der Wurm drin.
Es soll diesen Käfer geben, der sich ins Herz setzt und dort schwarze Masse ablegt und somit das Herz verengt, die Luftzufuhr verringert und zum Tode führen kann.
Der Käfer scheint es hier nicht zu sein,... schon krass, Würmer? - kaum vorstellbar.
Ich würde mal vermuten (reine Vermutung), vielleicht liegt es tatsächlich an den Mängeln in der Ernährung? Wenn eine Mutter schon Mangelerscheinungen hat, wie wird es dann wohl das Kind es erst haben? Das Gehirn ist ja auch irgendwie an Aufrechterhaltung beteiligt. Es steuert das Gehirn unseren Bewegungsapparat. Bei einem chronisch anhaltendem Mangel an wichtigen körperlich aufrecht erhaltenden Stoffen, dadurch auch unzureichende Nutzung der körperlichen wie geistigen Kraft, kann es schon zu einer Rückbildung des Gehirns und der natürlichen Bewegungsfunktion kommen.
Beispiel:
Ein Kraftsportler bewirkt keinen Erfolg, wenn er nicht trainiert. Läge einer nun ein halbes Jahr durch welche Komplikationen auch immer im Krankenhaus, fiele es dem Jenigen sicher auch schwer, die ersten Schritte zu gehen.
2 etwas Themenentfernte Beispiele = Muskelschwund; schlechte Aufnahme und Verwertung von Nahrung.
Wiederum kann es auch gut sein, das im Boden vorhandene Schwermetale, welche die Menschen über die Nahrung in diesen Gebieten zu sich nehmen, das Blutbild verändern, den Blutlauf verdicken verflüssigen; assoziierend, je nach Auswirkung mit Sauerstoffmangel im Gehirn.
- Luft, Lebensweise, gewissen Umständen ausgesetzt… diese Menschen dort haben es weiß Gott nicht einfach.
Klingt fast schon wien Parasitärer Befall, falls das überhaupt möglich ist beim Menschen. Aber gleiches beobachtet man auch ähnlich bei Armeisen und Bienen.
Hab ich auch schonmal von gehört..
Echt traurig was die Menschen in Afrika alles erleiden müssen.
#11 Das was du sagst ist aber Müdigkeit und keine neurologische Krankheit.
Das man durch fahlende Vitamine etc. schneller müde und schwach wird weiß wohl jeder.
Vorallem ist der Ablauf schon erschreckend. Kopfnicken, Epilepsie, Ohnmachtsanfälle.
Und Ursprünge von von solchen Krankheiten zu finden ist kein zuckerschlecken.
Und die Erforschung kostet ein Schweinegeld, das die in Afrika gar nicht haben.
Wünsch allen Kindern dort gute Besserung und viel Glück =)