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Vorratsdatenspeicherung nutzlos - Justizministerium stellt neue Studie vor




Die Chronik im Fall der  Vorratsdatenspeicherung nimmt langsam romanähnliche Züge an. Die EU-Richtlinie hierfür ist 2006 verabschiedet wurden und erfährt seitdem zwar Kritik, aber kaum wirklich ernst zu nehmende Klagen. Als Folge aus dieser Richtlinie verabschiedete 2007 die Große Koalition in Deutschland das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung, welches bis März 2010 standhielt. Das Bundesverfassungsgericht kippte damals dieses Gesetz und befand es für nicht rechtmäßig. Seitdem ringen FDP und CDU um einen neuen Entwurf, sodass die Christdemokraten, die die Datenspeicherung klar befürworten, mittlerweile mit dem Druckmittel hantieren, das bei keiner zeitnahen Einigung Strafen durch die Europäische Union, wegen Nichtumsetzung einer Richtlinie, drohen würden.

Das Justizministerium von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat nun eine neue Studie vorgelegt, welche „keinen empirischen Nutzen“ in der umstrittenen EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung ausweist. Die vom selben Ministerium in Auftrag gegebene Untersuchung wurde vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg   durchgeführt. Dabei wertete das Institut unter anderem die Aufklärungsquoten von 1987 bis 2010 und Daten von Ländern in denen bereits eine Vorratsdatenspeicherung angewendet wird aus. Es konnte hierbei kein Zusammenhang zwischen der Quote von aufgeklärten Straftaten und der Sammlung, Speicherung und Verwertung von Daten nachgewiesen werden. Außerdem widerlegten die Wissenschaftler den Umkehrschluss, dass der Wegfall der Vorratsdatenspeicherung als Ursache für Veränderungen in der Aufklärungsquote herangezogen werden könne und die Speicherung von „essenzieller Bedeutung für die Strafverfolgung“ sei.

Der Parlamentarische Staatssekretär, Max Stadler, ergänzte zudem: „Die Studie zeigt, dass die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung nicht empirisch belegt, sondern nur ein Gefühl der Praktiker ist.“.  In der verhärteten Diskussion zwischen CDU und FDP verweisen die Christdemokraten immer wieder auf Einzelfälle und mahnen an, dass ohne dieses Instrument die Sicherheit der Bürger gefährdet sei. Vor allem die allgegenwärtige Terrorgefahr findet inflationären Gebrauch in dieser Argumentation. Die FDP wirbt wiederum für das „Quick-Freeze-Verfahren“ bei dem lediglich auf Hinweis der Strafverfolgungsbehörde das unwiderrufliche Löschen der Daten durch die Telekommunikationsunternehmen und Internetprovider gestoppt und die Daten eingefroren werden. Nachdem eine richterliche Verfügung erteilt wurde, können diese Daten aufgetaut und genutzt werden.

Ob sich die „Liberalen“ damit durchsetzen können, bleibt fraglich, da die Fronten festgefahren sind und es unwahrscheinlich erscheint, dass vor der nächsten Bundestagswahl 2013, bei der die FDP höchstwahrscheinlich ihre Regierungszugehörigkeit verliert, eine Entscheidung erzielt werden kann.

Demonstranten auf dem Potsdamer Platz in Berlin am 11. September im Jahre 2010. Das Thema Vorratsdatenspeicherung wird besonders in den jüngeren Bevölkerungsschichten sehr kritisch gesehen und bildete unter anderem auch den Nährboden für den rasanten Aufstieg der Piratenpartei.
 


Wikipediaeintrag zu Quick Freeze  
StopptVorratsdatenspeicherung.de  
Wikipediaeintrag zur Vorratsdatenspeicherung  
Financial Times Deutschland  
Bildmaterial: Lennart Preiss / dapd.de Grafik: Triton
Am 27.01.2012 um 19:00 Uhr von Triton


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  #7   Sensei 29.01.2012 15:23   
Das Bundesverfassungsgericht kippte damals dieses Gesetz und befand es für nicht rechtmäßig. (Bundesverfassungsgericht hielt es für Verfassungsfeindlich)

Seitdem ringen FDP und CDU um einen neuen Entwurf, sodass die (Christdemokraten), die die (Datenspeicherung klar befürworten), mittlerweile mit dem (Druckmittel) hantieren, das bei keiner zeitnahen Einigung (Strafen) durch die Europäische Union, wegen Nichtumsetzung einer Richtlinie, drohen würden.

Meiner Meinung sind das Mafiamethoden.
Erpressung und die Strafe dürfte wohl wieder der Steuerknecht zahlen!
Weil der Steuerknecht natürlich keine Lust hat Geld aus dem Fenster zuschmeißen, wird er sagen " Bitte bitte, wir verzichten gern auf unsere Rechte und möchten abgehört werden, wie in der DDR nur bloß keine Geldstrafen mehr"

Unfassbar dreist!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Man sollte die CDU vom Verfassungsschutz beobachten lassen, anstatt die Linken!
  #6   Alliebaba 28.01.2012 02:53   
Immer das gleiche Spiel. Zuerst probiert man, ob man Dinge wie die Vorratsdatenspeicherung relativ einfach durchbekommt, um auch in Zukunft die Untertanen in Schach halten zu können. Scheitert das dann leider Gottes an so lästigen Dingen wie dem Willen des Volkes oder der Verfassung, wird es notgedrungen kurz zurückgenommen, um es mit geringen Veränderungen und möglichst anderem Namen erneut zu probieren. Neues Spiel neues Glück!

Und falls das alles scheitern sollte, haben wir ja Gott sei Dank europäische Richtlinien, die auf die Souveränität der Länder/Bürger mehr oder weniger scheißen. Prima System. Wie mit dem Frosch und dem heißen Wasser. Der Polizeistaat kommt in vielen kleinen Schritten, statt wenigen Großen.
  #5   Illumino 27.01.2012 20:24   
Ach was!

Mehr muss man dazu nicht sagen.
  #4   bangboy87 27.01.2012 19:57   
das Lustige ist ja, obwohl es keinen Zwang gibt im Moment, speichern die großen Anbieter in Deutschland trotzdem alles..nur halt nicht so lange wie gewünscht.
Quelle: http://winfuture.de/news,67799.html
  #3   Partyzan 27.01.2012 19:45   
@IgorGlock : na dann hoffe ich nicht das du bei Fb etc bist. die verkaufen auch Daten. Und die haben alles.
  #2   IgorGlock 27.01.2012 19:26   
>_<
Fuuu...

Ich mag's nicht wenn Fremde meine Daten in der Hand haben.
  #1   BeEaTzZ 27.01.2012 19:15   
Bewundernswert ^^

Egal wie fest sie die Stränge ziehen, jemand der wirklich kriminelle Ziele im Internet hat wird sie duchsetzen und sich möglich nicht dabei erwischen lassen.

Es hat ja schon zahlreiches gestohlenes Material von PCs berühmter Stars gegeben bei denen es die Diebe so offensichtlich versucht haben zu verkaufen, das sie nur erwischt werden konnten.

Ich frag mich nur wie lang es dauert bis Ideen wie die "Vorratsdatenspeicherung" nach Österreich rüberkommen.

PS: Schöner Bericht, Triton ;)

greetz :)




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