
Auf einer Seite ist alles zusammengefasst – was einem gefallen hat, wann jemand was getan hat und welche Bilder man gerade eben kommentiert hat – bis zum Jahresanfang. Die Facebook-Timeline, in Deutschland auch als „Chronik“ bekannt, wird nun dauerhaft und verpflichtend eingeführt. Für einige User wird dieser Zwang zur Chronik sicher ein weiterer Grund sein, seinen Facebook-Account eventuell sogar zu deaktivieren.
Seit Mitte Dezember ist es jedem Nutzer des Sozialen Netzwerkes selbst überlassen, ob er die Timeline-Funktion aktivieren möchte oder nicht. Von dort an ist das Zurücksetzen auf den normalen Status (sprich: das alte Interface bzw. Funktion) nicht mehr möglich. In den kommenden Wochen wird laut Ankündigung von Facebook nun die Chronik zwingend aktiviert. Von dem Ankündigungsdatum haben Nutzer also sieben Tage Zeit ihr Profil zu bearbeiten und anzuschauen. Danach wird die Funktion aktiviert und ist für jeden Nutzer sichtbar.
Jeder kann selbst entscheiden, wie und was man sehen soll. Das Herz der neuen Funktion „Timeline“ ist das Einstellen eines oberen Bildes. Hier kann man sein Hobby, seine Lieblingsband, seine Lieblingsmannschaft oder sogar eigene Fotos einstellen. Natürlich kann man hierbei seiner Kreativität freien Lauf lassen. Allerdings ist das Verstecken oder Platzieren von Werbung und verbotenen Grafiken nicht erlaubt. Das breite Foto wird von einem kleinen Profilbild überlagert. Unter dem Profilbild befinden sich Angaben wie Beruf, Wohnort, Geburtsdatum und Lebenspartner – sofern man diese Informationen gespeichert hat.
Darauf folgen zwei Spalten, in denen man Posts, besuchte Orte, Fotos und Kommentare einsehen kann. In der Chronik kann man bis zum Eintritt von Facebook zurückscrollen – wer sein Geburtsdatum angegeben hat, kann sogar bis dahin zurückscrollen. Facebook will sein Wissen über den Nutzer zudem anscheinend ausweiten: Die Zeit vor Facebook kann auch ergänzt werden, sei es die Hochzeit, die Einschulung oder sogar die ersten Schulfotos, oder der Geburtstag der Oma.
Die Timeline wird über eine Linie am rechten Rand gesteuert. Wenn man wissen will, wo man letztes Jahr im Sommerurlaub gegessen hat, klickt man auf die entsprechende Jahreszahl und zügig ist man mit nur zwei Klicks direkt am Beitrag angelangt, der sogar vielleicht von Leuten kommentiert und „geliked“ wurde. Praktisch, aber dann doch etwas schockierend. Wer soll denn schon wissen, wo ich letztes Jahr im Urlaub essen war? Wer darauf einen bestimmten Wert legt, sollte sich mit der mühsamen Aufgabe beschäftigen, alle seine Beiträge durchzulesen.
Noch ein Problem stellt für viele das „Frictionless Sharing“ dar, was so viel wie „reibungsloses Teilen“ bedeutet. Diese Funktion macht es möglich, jeden gelesen Artikel, jedes angesehene Video und andere Sachen direkt auf die Chronik zu übertragen und es mit den Freunden zu teilen. Diese Funktion fungiert mit bestimmten Applikationen – Beispiele hierfür sind „Netflix“ und „Social Reader“.
Die „Teilen-Schiene“ hat sich hiermit auch erledigt. Das macht Facebook nun automatisch. Wenn man nicht möchte, dass Kollegen und Freunde oder sogar der Chef erfährt, was man in der Mittagspause mal kurz angesehen oder gelesen hat, sollte man konsequent auf Facebook-Applikationen verzichten oder die Einstellungen genauer betrachten.
Um auch unseren Leuten von TechnoBase einen kleinen Hinweis zu geben, was und wann genau wie abläuft, befindet sich ein Link unten in der Quelle. Ihr gelangt direkt auf eine Informationsseite von Facebook!