Bei der am 24. Juli 2010 stattgefundenen Loveparade sind 21 Menschen ums Leben gekommen (Stand 28.07.2010, 12.00 Uhr). Laut Detlef von Schmeling, dem stellvertretenden Polizeipräsidenten Duisburgs, starben 14 Menschen an einer Metalltreppe sowie zwei vor einer Plakatwand auf dem Gelände der Loveparade. Vier weitere Menschen, davon eine 21-jährige Frau am Montag, erlagen ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus. Am heutigen Morgen verstarb eine weitere 25-jährige Frau im Krankenhaus. Als verantwortlicher Auslöser zeigte sich eine Massenpanik im einzigen Zugang zum Gelände der Loveparade. Es war die erste Loveparade, welche nicht in einer Stadt, sondern auf einem externen Gelände veranstaltet wurde. Als Zugang zu jenem Gelände gibt es nur einen Tunnel. Die meisten Gäste reisten via Zug an und konnten dann auf einem Weg über zwei Kilometer durch diesen Tunnel auf das Gelände gelangen.
In jenem Tunnel gab es eine Massenpanik. Dabei war das Problem, dass der Tunnel sowohl als Eingang als auch als Ausgang der Veranstaltung diente. Die Menschen strömten also zur Veranstaltung und von ihr weg. Dabei hypoventilierten offenbar einige von ihnen und es brach Panik aus, da sie im Tunnel standen und desorientiert waren. So kamen nach derzeitigem Stand 21 Personen ums Leben, viele andere wurden schwer verletzt, über 500 Menschen wurden laut der Staatsanwaltschaft verletzt. Ein Augenzeuge berichtete bei n-tv, dass es "wie im Krieg" aussah und "überall Leichen herum [lagen]".
Dieser Tunnel, welcher auf den beiden Fotos zu sehen ist, wird momentan als "Falle" betitelt. Obwohl das Gelände nur für 350.000 Menschen ausgelegt war, kamen knapp 1.4 Millionen zur Loveparade. Diese Besucherzahl gleicht sehr den vergangenen Jahren. Augenzeugen sagten, dass die Veranstalter schuld an dieser Tragödie seien. Das Ruhrgebiet sei viel zu eng für eine so große Veranstaltung. Man benötige ein freies Gelände oder eine weitläufige Stadt wie Berlin für diese Veranstaltung, so ein Kommentator von N-TV.
Direkt nach der Massenpanik beschloss der Krisenstab, die Parade langsam ausklingen zu lassen und jene nicht schlagartig zu beenden. Bei der Besucherzahl von 1.4 Millionen Menschen bestand die Gefahr, dass es zu einer weiteren Panik kommen konnte. Die A59, welche direkt neben dem Festival liegt, wurde schon vorher komplett gesperrt, falls eine solche Extremsituation entstehen würde. Sowohl Hubschrauber als auch Rettungswagen standen dort bereit, um die Verletzten zu versorgen und abzutransportieren.

Im Laufe des Tages berichteten vermehrt Partybesucher davon, dass sie bereits mehr als 45 Minuten vor dem Unglück die Polizei auf diese problematische Engstelle ansprachen. Schon zu diesem Zeitpunkt waren Menschen in dem Tunnel zusammengebrochen und litten unter Sauerstoffmangel.
Ein weiteres Problem war, dass die Menschen nicht informiert wurden und sich auch keine Informationen besorgen konnten. Das Handynetz war über dem Gebiet zusammengebrochen und ein Kontakt zur Außenwelt bestand für eine gewisse Zeit nicht. Die Menschen sammelten sich am Bahnhof, um Duisburg zu verlassen. Viele hätten noch nichts von dem Zwischenfall mitbekommen und durch Fehlinformationen und Alkohol sei eine aggressive Atmosphäre aufgebaut worden, so die Kommentatoren vom WDR. So wurde das Polizeiaufgebot um 1200 Bundespolizisten aufgestockt. Dadurch sollte die Situation beruhigt werden. Der gesamte Bahnhof wurde für Züge gesperrt und man versuchte, die Menschen in Richtung Norden aus der Stadt zu befördern.
Eine Notrufnummer dient den Verwandten und Freunden von Besuchern der Loveparade. Dort kann man erfragen, ob jemand aus dem eigenen Freundeskreis zu Schaden kam.
Die Nummer lautet:
0203 / 94000
Diese Loveparade galt als eines der wichtigsten Ereignisse der "Ruhr.2010" und fand unter dem Motto "The Art of Love" statt. Im Vorjahr wurde die Veranstaltung aufgrund von Sicherheits- und Platzproblemen in Bochum abgesagt. Das Gelände in Duisburg war jedoch auch nur für knapp 350.000 Menschen ausgelegt. Obwohl seit etlichen Jahren jedes Mal mehr als eine Million Menschen zu dem Event strömten, wurde dieses Gelände ausgewählt.
Auch mehr als zwei Stunden nach dem Unglück feierten knapp eine Million Menschen weiterhin und damit wussten fast 80 Prozent der Besucher noch immer nichts von dem Unglück. Sowohl die Polizei als auch die Veranstalter informierten niemanden, um eine weitere Panik zu vermeiden. Eine schizophrene Parade: Einerseits feiern die Menschen ausgelassen, anderseits sind 21 Partygäste gestorben und etliche verletzt.
Auf der sonntägigen Pressekonferenz erklärte Detlef von Schmeling, dass das Ermittlungsverfahren seitens der Staatsanwaltschaft Duisburg eingeleitet wurde. Mit dem Fall selbst wird sich die Polizei Köln beschäftigen, um eine objektive Auseinandersetzung zu gewährleisten. Bis zum Sonntagabend wurden alle Todesopfer identifiziert. Unter ihnen seien Menschen des Alters von 20-40 Jahren. Rainer Schaller, der Veranstalter der Loveparade, zeigte sich betroffen über das Unglück und kündigte das Aus der Loveparade an. Am darauffolgenden Tag äußerte er in Richtung Polizei massive Vorwürfe, da diese nicht Gebrauch von den 16 Schleusen vor dem Tunnel gemacht hätten, um den massiven Ansturm auf den Tunnel zu vermeiden. Ebenfalls bekannt wurde Anfang der Woche, dass die Parade selbst erst am Samstagmorgen offiziell genehmigt wurde. Weltweit zeigen derzeit die Menschen tiefe Anteilnahme an den geschehenen Ereignissen und sprechen den Opfern und Verletzten ihren Trost aus. Unter ihnen auch Angela Merkel sowie Papst Benedikt der XVI.