Zum nun neunten Mal lädt die Jugendpresse Deutschland junge Medienmacher aus der ganzen Republik ein, um gemeinsam zu diskutieren, sich zu vernetzen und um Einblicke in die deutsche Medienlandschaft zu erhalten. „Medien und Ökonomie“ ist in diesem Jahr das zentrale Thema der viertägigen Veranstaltung, an der wie bereits im Vorjahr etwa 500 Medienmacher von morgen teilnehmen werden.

Nachdem sie die Medienmacher von morgen im vergangenen Jahr, während der Jugendmedientage in Hannover, intensiv mit dem Thema „
Ethik in den Medien“ auseinandersetzten, geht es in diesem Jahr um den Zusammenhang von Medien und Ökonomie. Dabei geht den Veranstaltern, der
Jugendpresse Deutschland e.V. und der
Jungen Presse Bayern e.V., vor allem auch darum, den Teilnehmern ihre Angst vor den Veränderungen des
Journalismus zu nehmen, und ihnen dabei zu helfen, diese Veränderungen als
Chance für sich selbst zu begreifen. Die Teilnehmer sollen während der Veranstaltung in zahlreichen Workshops, Symposien, Erzählcafés und Medieneinblicken ihr eigenes
Potential erkennen und lernen es zu nutzen.
Dass Medien nicht immer nur mit seriösen Schlagzeilen aufwarten müssen, zeigen die Jugendmedientage 2010 schon in ihrem Motto. „Mehr als 140 Zeichen – Medien und Ökonomie“ lautet es in diesem Jahr und spielt damit ganz gezielt auch auf die Länge einer Twitter-Nachricht an. „Das Motto ist eine Anspielung auf die Länge einer Twitter-Nachricht, die nur aus 140 Zeichen besteht. Twitter ist eine spannende Art zu kommunizieren und mit 140 Zeichen kann man viel ausdrücken, aber sie sind nicht genug, um die komplexen Themen dieser Gesellschaft zu diskutieren“, kommentiert eine der beiden Projektleiterinnen der Jugendmedientage 2010, Leonie Petersen die Bedeutung des Mottos, fügt aber an, dass 140 Zeichen für den für unsere Gesellschaft so wichtigen, qualitativen Journalismus nicht ausreichend sind. Das Motto „Mehr als 140 Zeichen“ solle aber auch verdeutlichen, dass Medien und Ökonomie ein derart komplexes Thema ist, dass es nicht in 140 Zeichen zu erklären sei, fügt JMT-Projektleitern Pia Döhler an.
Vier Tage und drei Nächte werden die 500 jungen Medienmacher in München zusammen verbringen. Die Nächte in Turnhallen, die Tage mit Medieneinblicken, Symposien und Workshops. Während dieser Zeit können die Jugendlichen in Gesprächen mit professionellen Medienmachern wertvolle Tipps für ihr zukünftiges Engagement in den Medien erhalten, von Profis lernen, wie man zum Beispiel ein Cover gestaltet, oder wie man einen Hörfunkbeitrag erstellt und natürlich auch echten Medienprofis über die Schulter schauen.

Damit bei den Teilnehmern der Jugendmedientage keine Langeweile aufkommt, gibt es über die vier Tage verteilt neben den Workshops aus allen Bereichen des journalistischen Arbeitens von A wie
Aktfotografie über
Journalistische Recherche,
Karikaturen,
Lichttechnik,
Medienrecht und
Rhetorik bis W wie
Werbepsychologie auch Erzählcafés, bei denen die Jugendlichen mit
Medienprofis und Jungjournalisten in kleinen Gruppen über den
Berufseinstieg, die Arbeit, aber auch die Probleme die sich den Profis immer wieder offenbaren reden und diskutieren können.
Besonders spannend geht es in diesem Jahr vor allem auch bei den
Symposien, eben jenen moderierten
Podiumsdiskussionen zu, bei denen den Jugendlichen die Größen der Medienwelt in angeregten Diskussionen erleben, und dabei auch noch die Standpunkte eben jener Größen vermittelt bekommen. Mit Themen wie „
Lovehatetragedy: Feindbild Google?“, „
Gefangen im Web 2.0 – digital statt sozial?“, "
Zwischen Hartz IV und Selbstaufgabe – Geld verdienen als Journalist“ und „
Ich hab kein Geld für ein Orchester – GEZ noch?“ sind dabei schon im Voraus gewisse Reizpunkte gesetzt, die spannende, wenn nicht sogar heftige Diskussionen zwischen den Medienprofis versprechen.

Besonders beliebt bei den
Teilnehmern waren im Vorjahr vor allem die
Medieneinblicke, bei denen die Medienmacher von morgen ihren Vorbildern in den Redaktionen über die Schulter gucken konnten, und somit erste Einblicke in den
Berufsalltag eines Journalisten erhalten konnten. Auch 2010 haben die Jugendlichen wieder die Möglichkeit, die in München ansässigen Medienunternehmen zu besuchen. Die Zahl der Medienunternehmen, deren Türen während der
Medieneinblicke offen stehen, ist, vor allem auch aufgrund der Vielzahl der in München ansässigen
Redaktionen, im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher und es sind auch beinahe alle Arten von
Medienunternehmen vertreten, unter ihnen auch Exoten wie der Teleshopping-Kanal
1-2-3 TV oder die
Obdachlosenzeitung BISS, aber natürlich auch renommierte Redaktionen wie die der
Süddeutschen Zeitung oder die des
Focus. Als besonderes Schmankerl können die Teilnehmer aber auch den
Playboy oder die
Vogue besuchen.

Damit die Jugendlichen während der vier Tage dauernden Veranstaltung jedoch nicht nur mit Informationen überflutet werden, sondern auch Zeiten haben, in denen sie diese verarbeiten können, gibt es für die Jugendlichen in der Jugendmedienlounge an PCs und in der TV-Ecke die Möglichkeit inne zu halten und zu entspannen, oder auf den zusammen mit Alexandra Müller veranstalteten JMTIntimflohmarkt persönliche Geschichten zum Beispiel gegen eine Grafiksoftware eintauschen.
Das auch die Jugendmedientage nicht ganz ohne eben jene schon im Motto erwähnten 140 Zeichen einer Twitter-Nachricht auskommen, werden alle Tweets zu den Jugendmedientagen auf einer Twitterwall angezeigt und somit auch das ganze Web mit einbezogen.
Die Jugendmedientage 2010 finden vom 14. bis 17. Oktober 2010 in der Medienstadt München statt. Die Kosten für eine Teilnahme belaufen sich für Mitglieder der Landesverbände der Jugendpresse Deutschland e.V. auf 45 Euro, Nichtmitglieder zahlen 10 Euro mehr. Anmeldungen können über die Homepage der Jugendmedientage, Jugendmedientage.de erfolgen.