Die internationale Polizeibehörde Interpol will mit Hilfe von Internetnutzern mehrere Hundert flüchtige Verbrecher ausfindig machen. Im Zuge der Veröffentlichung von über 300 Steckbriefen rief Interpol jetzt alle Internetnutzer dazu auf, bei der Suche nach den Verbrechern zu helfen. Der internationalen Polizeibehörde zufolge sollen die Webnutzer vor allem in Social Networks und Chaträumen aufmerksam sein.
Bereits Anfang Mai hatte Interpol erstmals zur Aktion „Infra-Red“ aufgerufen und konnte dank der Hilfe der Internetnutzer bisher 107 flüchtige Verbrecher fassen. Zu den bereits Festgenommenen gehören unter anderem das ehemalige kolumbianische Model Angie Sanclemente Valencia und der wegen Geldwäsche gesuchte Mouamba Munanga.
„Die Operation war sehr erfolgreich; eine große Zahl der Gesuchten wurde ausfindig gemacht und verhaftet“, heißt es in einer Stellungnahme der in Lyon ansässigen Polizeibehörde.

Bei den jetzt veröffentlichten Fällen handele es sich um solche, bei denen die Polizeibehörden der verschiedenen Staaten bisher „keine neuen Informationen über den Verbleib“ der gesuchten Verbrecher erhalten haben, heißt es in der Stellungnahme weiter.
Mit der jetzt gestarteten Aktion werden vor allem 26 Personen gesucht, die wegen Menschenhandel, Mord und Kindesmissbrauch gesucht werden. „Es ist wahrscheinlicher, dass jemand diese Flüchtigen auf der Website eines sozialen Netzwerkes oder Chatrooms erkennt, als sie auf der Straße zu entdecken“, erklärte der stellvertretende Interpol-Direktor für die Suche nach Flüchtigen, Martin Cox. In Deutschland wird über die Interpol-Aktion unter anderem nach Norman Volker Franz, einem verurteilten Schwerverbrecher und Mörder, gesucht. Franz ist seit Jahren auf der Flucht.
Wer Hinweise auf den Verbleib der Gesuchten hat, kann diese per E-Mail an fugitive@interpol.int, nationale Polizeibehörden oder die Website „Crime Stoppers International" an Interpol übermitteln.