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Fußball 2.0 – Emotionen und Technik, geht das?

 


 „Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen immer die Deutschen“, sagte Gary Lineker einst. Zumindest für den vergangenen Sonntag sollte er Recht behalten. Mit 4:1 besiegte die deutsche Nationalmannschaft die Engländer und errang neben dem Einzug ins Viertelfinale auch noch die Rache für das „Wembley-Tor“ im Finale der WM 1966. Doch genau da beginnt die Diskussion. Braucht der Fußball technische Hilfsmittel, um solch gravierende Fehlentscheidungen in Zukunft zu verhindern?
 
Ein Kommentar des Redakteurs Florian Lillpopp
 
Der Aufschrei war groß nachdem das Schiedsrichtergespann aus Uruguay das Tor zum 2:2 von Frank Lampard nicht anerkannte. Vor allem auf der Insel, aber auch von vielen Vertretern des europäischen Fußballs wurden nach dieser Fehlentscheidung wieder technische Hilfsmittel, wie der „Chip im Ball“ oder aber der Videobeweis gefordert. Technisch ist vieles möglich, um Fehlentscheidungen durch die Schiedsrichter zu verhindern, aber ist es auch richtig? Braucht der Fußball diese Hilfsmittel überhaupt?
 
Günter Netzer meinte nach dem Spiel zwischen Deutschland und England, dass er trotz dieses Tores gegen die Einführung eines Videobeweises sei, und damit steht er nicht alleine da. Vor allem bei den Fans, dem Epizentrum des Fußballbebens, die im Bundesligaalltag allwöchentlich die Fußballtempel der Republik zum Kochen bringen, sind technische Hilfsmittel mehr als umstritten.
 
Sicherlich würde es fairer zugehen, wenn der Schiedsrichter noch mal eben auf dem Fernseher nachgucken könnte, ob der Ball jetzt im Netz war oder nicht, ob das Foul jetzt im oder vor dem Strafraum war, aber würde das den Fußball nicht zu perfekt machen? Darf Fußball überhaupt perfekt sein oder würden dann die Emotionen, die diesen Sport so einzigartig machen, sterben?
 
Versetzen wir uns einmal in die Situation eines Fußballfans, sagen wir, er unterstützt den BVB. Er steht am Samstagnachmittag im Stadion, Borussia spielt gegen den Erzrivalen aus Gelsenkirchen, den FC Schalke. Kurz vor Schluss, es steht unentschieden, fällt ein Borusse im Strafraum, die Fans fordern Elfmeter, der Schiedsrichter lässt weiterspielen. Die Masse kocht, es gibt ein Pfeifkonzert, das seinesgleichen sucht. Die Fans auf den Rängen geben nochmal richtig Gas, schreien ihre Mannschaft noch einmal nach vorne, wollen nochmal das Siegestor. Gänsehaut!
 
Die gleiche Situation, das gleiche Spiel, die gleichen Fans, aber ein Schiedsrichter, der sich technischer Hilfsmittel bedienen kann. Wieder fällt ein Borusse im Strafraum, wieder fordern die Fans Elfmeter. Der Schiedsrichter ist sich nicht sicher, tendiert dazu, das Spiel weiterlaufen zu lassen, läuft aber sicherheitshalber zur Seitenlinie, sieht sich die Szene ein weiteres Mal an und entscheidet dann auf Strafstoß. Ein Pfiff, ein Schuss, ein Tor. Die Fans feiern, aber danach ist Ruhe, keine Pfiffe, keine Fans, die ihre Mannschaft nochmal vor's Tor treiben, keine Gänsehaut. 
 
Wollen wir das? Wollen wir den perfekten Fußball? Wollen wir Fußball ohne Menschlichkeit? Ohne die Emotionen, die es nur bei Fehlentscheidungen gibt? Nein, das kann nicht die Zukunft der wohl am stärksten polarisierenden Sportart unserer Zeit sein. Der Fußball braucht die Emotionen und die Emotionen brauchen auch die Fehlbarkeit der Schiedsrichter.
Die FIFA lehnt auch nach dem Tor von Frank Lampard technische Hilfsmittel für den Schiedsrichter ab. Eine richtige Entscheidung. Der Fußball darf seine Fehlbarkeit nicht verlieren, denn sonst würde er sein Herz verlieren. 
 
„Trotz dieses Tores bin ich strikt gegen den Videobeweis. So schlimm das auch ist. Fußball ist Drama, Fußball ist nicht perfekt." (Günter Netzer)


Bildmaterial: (Torsten Silz) / ddp Grafik: derFlo
Am 28.06.2010 um 14:00 Uhr von derFlo


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  #31   MRCii 29.06.2010 16:51   
ich fands zwar kacke mit dem tor -.- aber ich bin dagegen weil sonst der fußball einfach zu perfekt ist! Und so gibts auch spannung im spiel :) dann sieht man gut ob ne mannschaft es verkraftet oder nicht ! GANZ KLAR DAGEGEN :)
  #30   Gab-O 29.06.2010 14:51   
Technik für Fußball? Nie im Leben.. Ich würde höchstens noch Torrichter, wie es solche auch in der Europa League gibt, neben das Tor stellen, damit diese es etwas besser kontrollieren könnten, ob es nun ein Tor war, oder nicht. Bei ganz knappen Aktionen können diese dann natürlich auch nicht perfekt erkennen, ob es ein Tor war oder nicht; aber das ist ja auch gut so. Es ist einfach ein Sport nur für Menschen.
Günter Netzers Meinung bringt alles auf den Punkt.
  #29   Reaper 29.06.2010 11:51   
Jetzt sind sind wir wieder Qiut :D
sonst hätten wir auch schon unseren 4 stern udn England kein
  #28   Mace 28.06.2010 20:58   
sinnlose diskussion mit dem technik scheiß
wurde schon so oft drüber geredet und nichts ist passiert weil fifa bosse das nicht wollen
shit happens meine englischen freunde
weint nicht rum wir waren eh die klar bessere mannschaft
  #27   R4V3N 28.06.2010 20:57   
also ich hab noch keine kamera und kein sensor oder chip jubeln sehn.. das is sport von und für menschen und das is auch gut so.
  #26   bassboost 28.06.2010 20:33   
ich mag den netzer auch nicht abba da sist ja ansichtssache
nur wie zb mit der Formel 1 da ist alles automatisch jetzt müssen die am anfang den tank voll haben und ist das noch interessant
ich finds sterbend langweilig geworden mit formel eins war nur ein beispiel

ich finde man sollte fussball so lassen immerhin sind wir menschen und im fussball auch noch von maschinen helfen lassen das finde ich sollte nicht passieren da es traditon geben sollte!
  #25   breksn 28.06.2010 20:13   
In so einem Fall geht es mMn stark an Wettbewerbsverzerrung. Das 2:2 hätte einen ganz anderen Spielverlauf gebraucht. 4:1 hin oder her, aber nach dem Anschlusstreffer und nach dem nicht gegeben Ausgleich ist die deutsche Mannschaft sehr geschwommen..

Hab' die deutschen Medien ein bisschen verfolgt während der WM, ich erinnere nur an das Ghana-Spiel, wo vor dem Spiel schon diskutiert wurde wie scheisse der Schiri nicht ist und wie sehr Deutschland nicht runtergepfiffen würde. Im Endeffekt war rein gar nichts, der Schiri hat souverän gepfiffen. Und jetzt wird diese fatale Fehlentscheidung in keiner Zeitung oder sonst was erwähnt.., traurig.
  #24   Rivual 28.06.2010 19:55   
Wo bleibt die Leidenschaft beim Torjubel wenn vorher auf den Bildschirm geguckt werden muss?!
  #23   Publix 28.06.2010 19:45   
@2 Stfu

Netzer hats drauf :D

  #22   Finn 28.06.2010 19:42   
so isses :D
  #21   Lawler 28.06.2010 17:48   
@20
Nur die Torlinie würd wahrscheinlich nicht funktionieren.
Entweder es floppt ziemlich schnell und alle wollens wieder weg haben, oder es funktioniert, und dann wirds erst recht erweitert, um Fouls, Abseits und sonstige kleine Dinge zu überprüfen.
  #20   Wolle 28.06.2010 17:46   
Naja beim Tennis gibt es ja soetwas auch... Warum eigentlich nicht. Die Torlinie würde ja reichen.
  #19   Lawler 28.06.2010 17:39   
Ich kann euch nur empfehlen euch mal den Film "Referees at work" anzuschauen... Da wird auch kurz das Thema mit dem Videobeweis aufgegriffen.

Kurz gesagt erfährt man dort:
Die Spieler gehen ohne Technische Hilfsmittel auf den Platz, das sollen die Schiedsrichter auch.
Spieler machen Fehler, Fans machen Fehler, und auch Schiedsrichter machen Fehler.
Es ist nur menschlich. Und das sollten alle akzeptieren, und sich die Missgeschicke wie Fehlentscheidungen verzeihen.
  #18   antipeacemaker2010 28.06.2010 17:35   
hab mich gestern die ganze zeit über netzers wortwahl weg gelacht
  #17   Hardstyler89 28.06.2010 17:19   
@Fort bin Österreicher aber müss sagen Deutschland war klar besser! Aber wenn das bei den Deutschen passiert wäre würden sie auch aufschreien! Ich wär dafür bei WM,EM bei wirklich sehr wichtigen Spielen den Video oder Chip in Ball beweis durchzusetzten , und dass mit wie soll das gehen -Leute die hinten im Studio das Video anschauen und den Schiedsrichter per headset durchsagt ginge ganz schnell!
Mal schauen wie es ausgeht im Viertelfinale wird um einiges schwerer!!
  #16   Fort 28.06.2010 17:03   
also das 4:1 ging voll in ordnung, ich bin auch gegen diesen technik kram, wie soll überhaupt video beweis gehen? erst pfeift er ab guckt sich die szene an udn sagt es geht doch weiter?
  #15   Niffler 28.06.2010 16:33   
ich hab mehrere jahre selber international fußball gespielt
und es gibt nix geileres als so eine fehlentscheidung (wenn du in einem team mit guter moral spielst)
du merkst da geht was...du kriegst richtig feuer und wie es im beispiel auch steht die fans machen noch mal richtig dampf
wenns dann nicht reicht...schade
siehe spiel deutschland - serbien --> wir spielen nur noch zu 10. und schaffen fast den ausgleich
so sehen wir auch am "Wembley-Tor" es trifft jeden mal..somit ist es fair und der mensch is nun mal nicht unfehlbar
und an dem 4:1 und der spielweise sehen wir ja das die deutschen den engländern überlegen waren, selbst bei 2:2 hätten sie noch gewonnen ! ! !
  #14   Mine 28.06.2010 15:59   
Naja, die Deutschen waren ja von Beginn an sehr oft vor'm gegnerischen Tor. Dass das eine Tor also die Motivation einer oder beider Mannschaften geändert hätte, glaube ich nicht. War ein gutes, spannendes Spiel und die Technik hätte daran nix geändert =)
  #13   Monster 28.06.2010 15:37   
Meine güte Deutschland hat klar mit nem 4:1 gewonnen und fußball ist so wies ist perfekt die leidenschaft zählt und wenn nun diese modernisirungen vorgenommen werden ist es zu perfekt den jeder Mensch macht fehler also hoffen wir das Deutschland Weltmeister wird und ich glaube stark darann also lasst uns feiern und gute laune verbreiten wE aRe On
  #12   Benne 28.06.2010 15:25   
Klar kann man sagen, dass Videobeweis etc die Emotionen zerstören aber um bei dem "wembley-reloaded-tor" zu bleiben:
Die Einführung eines Chips im Ball, welcher sofort Auskunft darüber geben kann, ob der Ball die Torlinie "überrollt" hat, wäre nichtdestotrotz eine enorme Hilfe für die Linienrichter und den Emotionen gestern hätte das auch nicht geschadet ;)

also in diesem Sinne: für den Chip im ball - gegen Videobeweis
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