Nach nunmehr fünf Tagen endet die
Frankfurter Buchmesse heute am frühen Abend.
45.753 Besucher erlebten bereits am
Starttag der Messe die Welt der Bücher. Neben interessanten Büchern konnten die Besucher auch
hochkarätige Autoren live erleben - u.a.
Håkan Nesser (siehe Foto) und die frisch gekürte
Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller - und sich über die
neuesten Trends der Buchbranche informieren.

Zu einem Trend der diesjährigen Buchmesse gehört eindeutig auch das Thema
E-Books. Während
Google derzeit noch immer darum kämpft,
Bücher digitalisieren und seinen Nutzern kostenlos anbieten zu dürfen, werden E-Books immer beliebter. Ein Grund, warum nun auch
junge Start-up-Unternehmen auf den Zug aufspringen und zeigen, wie die digitale Welt des Buches einmal aussehen könnte. Zwei Beispiele sind die Firmen
Blankpage und
Txtr.
Blankpage
Kuno Jung, der Chef des jungen Unternehmens,npräsentierte auf der Buchmesse sein Produkt, die sog.
Akilibooks. Statt beschriebener Seiten, wie man sie von den klassischen Printprodukten her kennt, enthalten Akilibooks
Bilder, Links, Hörbeispiele und
kurze Videofilme. Als Basis dienen bestehende Bücher, die in elektronische Akilibooks umgesetzt werden sollen. Jung möchte die digitalen Bücher zunächst an Lehrbüchern erproben und konnte bereits Partner wie Cambridge University Press für sein Produkt gewinnen.
Die Verlage können schließlich eine
spezielle Software von Blankpage nutzen, um das Lehrmaterial möglichst
multimedial und
interaktiv aufbereiten zu können. So könnte ein
Biologie-Lehrbuch über Vögel nicht nur Bilder der verschiedenen Arten enthalten, sondern auch über das E-Book abspielbare
Audio-Dateien mit den Stimmen der Vögel,
Videos, die das Flugverhalten erklären oder ein
Quiz, bei dem die Lernenden ihr Wissen abfragen können.
Die Bücher, die auf
Akilibooks.com gekauft werden können, können von den Kunden auf
bis zu fünf Geräte verteilt werden, z.B. auf den
PC, das
Notebook oder das
iPhone. So kann ein Schüler seine Hausaufgaben beispielsweise an jedem Ort machen, denn alle Aktionen wie
Markierungen, Fußnoten oder Antworten werden auf
Servern gespeichert und sind damit abrufbar, egal ob er gerade seinen PC, sein Notebook oder sein iPhone nutzt.
Txtr
Das
Berliner Unternehmen Txtr stellte auf der Frankfurter Buchmesse seinen
E-Book-Reader (siehe Foto) vor, mit dem Vorstand
Christophe F. Maire den Lesegeräten von Amazon und Sony Konkurrenz machen möchte. Im Gegensatz zu den bisher erhältlichen Readern heißt es beim
Txtr, dass er eine nahezu
erotische Ausstrahlung habe. Laut Maire sollte der Reader
super simpel,
immer online und noch
reduzierter als der Kindle von Amazon sein. Und so ist der Txtr auch
kleiner als die anderen Lesegeräte, trotz seines
6-Zoll-Displays. Sein
minimalistisches Design wird auch bei seiner Bedienung deutlich, denn der Txtr verfügt über nur
drei Bedientasten. Bei der Vorführung auf der diesjährigen Buchmesse gab es zwar noch
leichte technische Schwierigkeiten,
bis November wollen die Berliner diese aber behoben haben. Besonders freuen dürften sich einige auch über die
Software, denn Txtr will diese
offen anbieten.
Wann das neue Lesegerät auf den Markt kommt, steht auch schon fest:
Ab dem 01. Dezember kann jeder das Gerät, das laut Maire die
"einzige komplette Lösung" anbietet, käuflich erwerben. Allenfalls der Preis dürfte für einige weniger erfreulich sein, denn mit
319 Euro ist der Txr teurer als die Konkurrenzprodukte von Amazon und Sony. Für den Txtr stehen dann bereits
20.000 deutschsprachige Bücher zur Verfügung. Das Buch kann dabei auf
zwei Wegen auf das Lesegerät gepackt werden, zum einen per
integrierter Edge-Funkverbindung, die im Txtr-Store gekauft werden kann und zum anderen kann der Kunde den Titel im Internet erwerben und anschließend per
USB-Verbindung auf das Lesegerät bringen.
Das Besondere am Txtr: Neben Büchern können auch
Word-Dokumente,
PDF-Dateien,
Excel-Tabellen oder
Powerpoint-Präsentationen mit anderen Nutzern zu teilen. Bei Txtr. com handelt es sich also in gewisser Weise auch um eine Art
private Tauschbörse, die der Nutzer aber auch mit mindestens
zehn Euro pro Monat bezahlen muss.