Was bringt einen Menschen dazu, seine alte
Schule mit dem Ziel zu besuchen, so viele Menschen wie möglich umzubringen? Jene Frage stellen sich viele und sie wird demnächst auch dem Menschen, der jene Tat beging,
Georg R., gestellt. Sind wirklich sogenannte Killerspiele an der Tragödie schuld oder ist die Problematik nicht einfach durch Verbote zu beseitigen?
Paare entscheiden sich, ein Kind zu bekommen, wenn sie denken, sie seien der Herausforderung gewachsen. Sie kümmern sich intensiv um die Erziehung, das Umfeld des Kindes und dass es nicht auf eine „schiefe“ Bahn gerät. Haben die Eltern von
Amokläufern an machen Stellen versagt oder ist eine
Umgebung schuld, die niemand verändern kann?
Den Eltern selbst ist hier nichts vorzuwerfen. Dank der
Medien wird es einem ermöglicht zu erfahren, wie es den Eltern geht, was sie empfinden und wie sie mit jener extremen
Situation umgehen. Dass es wohl zu den schlimmsten Dingen auf der Welt für Eltern gehört, wenn das eigene Kind über andere Menschen solch ein Leid bringt und dabei

selbst ums Leben kommt, muss ich hier nicht erläutern. Die
Eltern selbst stehen unter
Schock und trauern um das eigene
Fleisch und Blut, jedoch auch um das der anderen. Entschuldigungen wie jene nach dem letzten
Amoklauf in Winnenden verdeutlichen und belegen das. Besonders problematisch war in Winnenden die Tatsache, dass der Täter die Waffen aus dem Schrank seines Vaters hatte und eine ordentliche Sicherung der Waffen die Tat vielleicht nicht verhindert, jedoch die Eltern nicht mit hineingezogen hätte. Schuld an der Tat sind sie damit aber nicht. Selbst die beste Erziehung oder finanzieller Wohlstand können scheinbar etwas so
Grausames nicht verhindern.
Die Killerspiele dienen den Politikern seit längerem als
Sündenbock für solche Taten. Ist aber ein virtuelles Spiel der Schuldige an realen
Morden? Jeder vernünftige Mensch wird meine Aussage bestätigen, dass es eine klare Grenze zwischen der Realität und der virtuellen Welt gibt. Wer unfähig ist, jene Grenze zu ziehen, sollte jene Spiele nicht spielen. Aber

waren deswegen alle
Amokläufer an Schulen Menschen mit einer instabilen
Persönlichkeit? Waren es alles Menschen, die den Unterschied und die Grenze nicht erkannten? Wäre es nicht zu einfach, das Thema hiermit zu beenden und einfach ein Verbot durchzusetzen mit der Hoffnung, dass so etwas nie wieder vorkommt? Beim zuletzt genannten Aspekt ist es wohl deutlich geworden, dass ein Verbot keine präventive Maßnahme bei solchen Fällen ist. Man erzürnt lediglich etliche Menschen, denen Unrecht angetan wird. Befürworter dieser Maßnahme sagen, dass dies tragbar sei. Sicherlich ist es tragbar, aber alles ohne Nutzen ist tragbar. Entscheidungen, welche nur durch Nachteile und keinen kurz- oder langfristigen Nutzen geprägt sind, sind untragbar und daher keine vernünftige Lösung bei diesem Thema.
Betrachten wir nun die Rolle der Gesellschaft und der
Medien. In den Medien wird Georg R. stetig die Täterrolle zugeschrieben und die Gesellschaft bzw. die Verletzten werden der Opferrolle zugeordnet. Dass Georg R. die Tat in Ansbach begang, streitet niemand ab, auch ich nicht! Aber war die Gesellschaft vielleicht der Schuldige an jenem Amoklauf? Viele Menschen brechen heutzutage unter dem Druck der Gesellschaft zusammen oder versuchen ihn mit Medikamenten zu ertragen. War
Georg R. einer dieser Menschen? Deutschland ist ein Land, in dem nahezu alles an Erfolgen gemessen wird. Erzielt man keine Erfolge oder Ergebnisse, so fällt man durch das Raster und die Aussichten auf einen guten Arbeitsplatz und finanzielle Sicherheit schwinden immer mehr. Das
Denken der Menschen, dass nur gut bezahlte Arbeitsplätze wertvoll sind und einem Anerkennung verschaffen, darf nicht so stark ausgeprägt sein wie man es heutzutage vorfindet. Jede Tätigkeit ist wertvoll, so lange sie in einem legalen Rahmen verläuft. Stellt Euch vor, jeder Mensch, der an einem Fließband arbeitet, legt seine Arbeit nieder, weil er eine abwechslungsreichere Arbeit haben will. Wer füllt dann diesen Arbeitsplatz wieder auf? Meiner Meinung nach niemand, da jeder einen abwechslungsreichen Beruf haben will, mit dem er möglichst viel Geld verdient. Hatte
Georg R. etwa diese Aussicht auf eine monotone und aussichtslose Zukunft? Während des Amoklaufs trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift
„Projekt Schule“.
Ist Georg R. also etwa ein Beispiel dafür, was die Gesellschaft aus Menschen machen kann?